Das Habitat Augsburg e.V.

Selbstbau-Maschinen

Vom selbst-gebauten 3D-Drucker bis zur Holz-CNC. Maschinen selber bauen bedeutet auch lernen wie sie funktionieren und warum man Dinge in der Industrie oftmals auf, für den Laien intuitive Weise, löst.

Jeder, der schon einmal versucht hat, zu verstehen wie eine Maschine funktioniert, wird auf viele kleine Einzelheiten stoßen, die im ersten Moment nicht unbedingt Sinn ergeben, doch wer sich eine Maschine genauer ansieht, bekommt häufig eine ganz neue Sicht auf viele Dinge, die einen umgeben.

Wir wollen Starthilfen geben, indem man sich bei uns die selbst-gebauten Maschinen ansehen kann und direkt vom Erbauer oder der Erbauerin Informationen einholen kann, warum etwas so umgesetzt wurde oder was für Fehler und Eigenheiten in der jeweiligen Konstruktion stecken. Natürlich sind alle dazu eingeladen, sich am Bau und der Verbesserung der Maschinen zu beteiligen. Wie so vieles ist auch im Maschinenbau alles ein mehr oder weniger großer Kompromiss. Diese Kompromisse gilt es zu verstehen, um seine eigene Arbeit daran anzupassen.

Im Habitat sind bereits mehrere Maschinenprojekte entstanden, einige davon sind im Einsatz, andere in der Konzeption oder beim Prototyp stecken geblieben. Das ist alles nicht weiter tragisch, hat man doch aus allen Projekten gelernt und wieder etwas gefunden das man Verbessern kann.

Die meisten Selbst-Bau-Maschinen im Habitat werden kontinuierlich verbessert oder notfalls umgebaut um besser zu funktionieren. Ein abgeschlossenes Projekt gibt es in dieser Hinsicht wahrscheinlich nicht, da es immer etwas zu verbessern gibt.

Die meisten Maschinen sind jedoch einsatzbereit und werden von den Besuchern des Habitats benutzt.

Beispiele

Bandschleifer

Den Bandschleifer hat Ralf gebaut, er steht in der Metallwerkstatt und ist robust, wird regelmäßig benutzt und ist sehr variabel: Der Winkel der Schleifebene zur Werkstückauflage kann stufenlos eingestellt werden, es können gerade Schliffe als auch Hohlkehlenschliffe mit unterschiedlichen Radien ausgeführt werden. Da der Wechsel des Schleifbandes mit wenigen Handgriffen ohne Werkzeug bewerkstelligt werden kann und die Bandgeschwindigkeit stufenlos einstellbar ist, lässt sich die VarioGrind leicht für jede Schleifaufgabe anpassen.

Die letzten Verbesserungen die vorgenommen wurden waren u. a. die Ableitung von statischer Aufladung die durch die Reibung des Schleifbandes an den Plastik-Rollen entsteht.

Habitat Beltgrinder by Ralf Hennig

Kleine Holz-CNC

Die Holz-CNC hat einen Arbeitsbereich von 60x80cm und basiert auf einer alten Kosy-Lehrfräse, die von uns umgebaut wurde. Die komplette Steuerelektronik sowie ein paar Mechanische Teile wurden ausgetauscht und verbessert. Dank der neuen Elektronik kann sie jetzt doppelt so schnell fräsen wie zuvor. Die neue Elektronik ist eine Eigenentwicklung des Habitats und basiert auf einem Arduino Nano. Als Steuer-Software kommt ESTLCam zum Einsatz.

Große Holz-CNC (Rührgerät genannt)

Von dieser Maschine gibt es mehrere Ideen, eine davon wurde bereits prototypenhaft aufgebaut und hat bereits mehrere E-Gitarren-Bodys hergestellt. Momentan ist sie nicht in einem Zustand, in dem man sie benutzen kann. Eine größere Version ist jedoch schon geplant und diese soll für das Prototypenlabor eingesetzt werden.

Die existierende Version wurde aus Siebdruckplatten und für Schrottwert eingekaufte Linearführungen und Kugelumlaufspindeln gebaut, um die Maschinengeometrie zu testen. Natürlich ist die Grundkonstruktion aus Holz nicht für einen Dauereinsatz geeignet, doch um den Prototypen zu testen war diese Methode der Konstruktion genau richtig.

Platinenfräse

Die Platinenfräse steht im Fablab und war ursprünglich mal ein Hobby-Bausatz. Von den ursprünglichen Teilen ist jedoch nicht mehr viel übrig, fast alle Teile wurden durch bessere, selbst-gebaute, ersetzt.

Die Fräse wird momentan hauptsächlich zum Fräsen von Platinen eingesetzt, kann jedoch auch Holz oder weiche Metalle wie Messing oder Aluminum fräsen. Wir haben auch schon Stempel aus Linoleum damit hergestellt.

3D-Drucker

Im Moment ist ein 3D-Drucker in Planung der robust und Wartungsfrei arbeiten soll. Hierzu wird versucht, soviele Normteile wie möglich zu verwenden, um den Nachbau einfach zu gestalten. Priorität hat bei diesem Projekt Robustheit, einfache Bedienung und falls nötig einfache Wartbarkeit. Es wurde für den Prototypen kein hoher Wert auf die Kosten gelegt, da bei Prototypenentwicklung sowieso davon auszugehen ist, dass mehrfache Umbauten stattfinden.