Das Habitat Augsburg e.V.

Kabinenroller

Während der Nachkriegszeit und der Anfangsjahre des Wirtschaftswunders versuchten diverse Hersteller der unersättlichen Nachfrage an günstiger Mobilität gerecht zu werden. Neben BMW mit der allseits bekannten, in Lizenz gefertigten Isetta, prägte vor allem der Messerschmitt Kabinenroller das Straßenbild.

Heute würde der kleine Roller beinahe in den Kofferraum eines größeren Mittelklassewagens passen. Aber unsere Ansprüche an den Individualverkehr sind im Begriff sich zu verschieben.

Mit dem während der Corona Pandemie beinahe flächendeckend eingeführten Home Office sinkt die Notwendigkeit von Pendelfahrten auf ein Minimum. Die übrig bleibenden Strecken von 10  bis 50 Kilometern werden vorwiegend von einer, maximal zwei Personen pro Kraftfahrzeug zurückgelegt. Strecken von unter 10 km werden dank moderner Radweg-Infrastruktur vermehrt mit dem Rad oder eScooter bewältigt.

Machen weder Deutsche Bahn, noch BMVI in den kommenden Jahren entscheidende Fehler, werden Strecken von über 50km künftig durch den Schienenverkehr abgedeckt. Zwischen Tür und Bahnhof werden dann Sharing Angebote für eScooter, Fahrräder oder Kleinstfahrzeuge genutzt.

Das Problem heute verfügbarer Elektrofahrzeuge resultiert aus dem Versuch, Fahrzeuge in gewohnter Größe mit gewohntem Feature Set zu elektrifizieren. Ein fünfsitziges Reisefahrzeug der Mittelklasse mit all seinen Annehmlichkeiten wiegt circa 1,8 Tonnen und hat einen CW Wert von circa 0,24. Das alles ständig zu beschleunigen und abzubremsen um eine Person von einem Ort zu einem anderen zu befördern, macht insbesondere mit einem rein batteriebetriebenen Fahrzeug wenig Sinn.

Mit einem Kleinstfahrzeug, inspiriert durch den Messerschmitt Kabinenroller lassen sich diese Probleme lösen. Der kompakte Formfaktor erlaubt es, das Gewicht des Fahrzeuges erheblich zu reduzieren und den Luftwiderstand zu senken. Das geringe Gewicht und eine Zielvorgabe von etwa 100 km Reichweite rechtfertigt den Einsatz eines reinen Batterie Elektroantriebes.

Die Hochschule Augsburg hat mit dem erfolgreichen Formula Student Rennteam “Starkstrom”, nicht nur Kompetenzen für die Entwicklung eines solchen Fahrzeuges. Die betreuenden Professoren vereinen langjährige Erfahrung im Automobilbau.

In der neuesten Variante fährt das Rennfahrzeug der Hochschule Augsburg bereits autonom. Bisher zwar auf einer definierten Rennstrecke, erste Schritte sind aber bereits bewältigt. Die Weiterentwicklung ist ein hervorragendes Forschungsfeld für das künftig in Augsburg entstehende und mit 92 Mio. Euro bedachte KI-Zentrum.

Lokal ansässige Unternehmen wie die Holzer Firmengruppe oder Faurecia können für Entwicklung, Produktionsplanung und Sourcing herangezogen werden.

Während der Markteinführung bietet sich, zur Entwicklung von Produktakzeptanz seitens Konsumenten, der Einsatz der Fahrzeuge in Sharing Flotten sowie Kommunal- und Unternehmensflotten an.

L7e Zulassung

Fahrzeuge dieser Klasse - auch als Leichtfahrzeuge bezeichnet - dürfen maximal 3,4 Meter lang sein, 15 kW leisten und 450 kg Leermasse aufweisen, wobei bei E-Fahrzeugen die Batterie nicht zum Leergewicht zählt.

Um Fahrzeuge der Klasse L7e zu bewegen ist lediglich ein Führerschein der Klasse AM notwendig. Dieser ist bereits ab 16 Jahren erwerbbar. Die maximal zulässige Geschwindigkeit beträgt 45 km/h.

Unser Ziel

Wir möchten den Messerschmitt Kabinenroller in modernem Design und mit moderner Technologie wieder auf die Straße bringen. Dieses Mal voll elektrisch, nach modernen Sicherheitsstandards konstruiert und autonom fahrend.